Freitag, 24. Oktober 2014

das Essen und die Versorgung



Ab heute habe ich ein Einzelzimmer. Endlich!!


Das Essen
Das Mittagessen ist abwechslungsreich.  Täglich wechselnder Speiseplan mit Zusatzkarte. Ich habe nichts auszusetzen.
Das Frühstück hole ich mir, wie alle, direkt vom Buffet. Ich kann wählen zwischen drei verschiedenen Brotsorten, Knäckebrot und Brötchen. Drei verschiedene Sorten Konfitüre, je zwei Sorten Wurst (Lyoner und Fleischwurst) in Scheiben und Käse (Tag für Tag die gleichen zwei  Käsesorten) in Scheiben, Butter. Müsli und Quark. Kaffe oder diverse Tees. Das hört sich auf den ersten Blick gut an, aber nach drei Wochen empfinde ich es doch etwas eintönig, die ewig gleichen Wurst- und Käsescheiben nerven nicht nur mich. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache dass ich mich nicht in einem Firstklasshotel befinde ist es „langweilig“. Ich bin dazu über gegangen mir zusätzlich andere Wurst. Und Käsesorten im REWE zuzukaufen. Jetzt geht es! Aber das ist Geschmacksache.

Das Abendessen ist akzeptabel wenn man auch manchmal die gleiche Wurst oder Käsezusammenstellungen vom Frühstücksbuffet als  „Aufschnitplatte“ wiederfindet.


Die medizinische Versorgung und die therapeutischen Massnahmen
Medizinisch fühle ich mich bestens versorgt. Alles gut geplant, bestens koordiniert, keine Wartezeiten bei Therapie und Arztvisite. Es wird in jeder Beziehung auf mich eingegangen es wird „zugehört“ und verständnisvoll mit mir umgegangen.
Der tägliche Terminplan sieht prinzipiell in den ersten drei Wochen folgendermassen aus:

06.45 Blutdruckmessen (nicht jeden Tag)
07.05 Krankengymnastik (etwa 15 Minuten)
08.00 Elektrotherapie (10 Minuten)
08.50 Visite beim Oberarzt (nicht jeden Tag)
11.30 Mittagessen
Nachmittags leer
In der letzten Woche kam noch Massagen und Wassertherapien hinzu. Dann geht es bin in den Nachmittag. Ist gut für mich!



Donnerstag, 23. Oktober 2014

Zusammenfassung der nächsten Tage



Zusammenfassung der nächsten 3 Tage
Frühstück wurde gebracht. wie gestern. Mein Zimmergenosse meint nur: “keine Wurst und kein Käse?“ Kaffe muss ich bitter trinken, da auch heute der Zucker fehlt.  

Nächster
Auf meinem Terminplan für heute, Montag steht an erster Stelle: „Lokale Kälteapplikation 1 mal am Tag“
06.45 Blutdruck messen
08.45 Visite
17.00 Uhr Ernährungsvortrag.
Was es mit der Kälteapplikation auf sich hat, weiss ich nicht. Dazu gab es bis jetzt keine Anweisung des Arztes. Höre es zum ersten mal und mache nichts.
Ich nehme auch dem Weg zum Blutdruckmessen, die Urinprobe mit ins Schwesternzimmer.
Urinprobe müssen sie ins Untergeschoss bringen. Lift bewegt sich nicht.
„Sie müssen Geduld haben“, mein die Schwester. Als warte ich nach nochmaligen Drücken, diesmal geduldig.
Der Lift bewegt sich nicht.
Diesmal kommt eine weitere Krankenschwester hinzu und meint : „Der Lift fährt erst ab 07.00 Uhr.“  Ich nehme den Urin wieder mit auf mein Zimmer.

Im Zimmer bringt eine Stationsschwester die Tabletten für den heutigen Tag und bemerkt die Blutflecken auf meinem Kopfkissen und meint „das müsse gewechselt werden“. Also warte ich auch in dieser Angelegenheit.

Nächster
Visite um 06.45. Schmerzmittel werden reduziert.
Frühstück kommt um 0700 Uhr. Wieder kein Zucker für den Kaffe. Mein erneutes „Können sie mir bitte Zucker besorgen“ verhallt. Und mit einem „Guten Appetit“ verlässt die mit diesem Wunsch überforderte Dame das Krankenzimmer. Inzwischen bin ich derartig geduldig geworden, dass ich froh bin, wenigstens bitteren Kaffe zu bekommen. Könnte ja auch sein, dass ich lediglich eine leere Kanne erhalte.

10.00 Uhr  Kopfkissenbezug ist gewechselt. Aber nur das kleine Kissen, sonst nichts!

Heute stand auf meinem Plan: Info und Begrüssung (für mich etwas verspätet). War niemand da. Bin wieder gegangen.
Habe an der Rezeption nachgefragt wie es mit meiner Verlegung bin die 1. Klasse steht. Man wusste von nichts. Man wird dem nachgehen
Lokale Kälteapplikation steht auf dem Plan und ein Beutel mit zerstossenem Eis liegt im Zimmer auf dem Tisch. Und was soll ich damit jetzt machen?
Die Therapeutin meint „ Es ist normalerweise für die lokale Behandlung der Schmerzen. „Habe ich aber nicht, da starke Schmerzmittel.“
„Dann werfen sie es einfach weg!“, meint sie.
11.30 Mittagessen wird gebracht. Wieder bitterer Kaffee.

Nächster
Heute hatte ich ein Gespräch „Hilfsmittelberatung“. Anlässlich dieses Gespräches wurde das Thema „Essen im Stehen“ angesprochen.
„Aber wieso wird ihnen denn das essen aufs Zimmer gebrach?“
„Mir wurde gesagt, dass in der Kantine diese Möglichkeit nicht besteht“
„Wieso das denn? Natürlich geht das“
Ich war froh über diese Reaktion und wirklich, am Abend drückt mit  die Stationsschwester einen handgeschreibenen Zettel in die Hand: „Ab Morgen können Sie Ihre Mahlzeiten an einem Stehtisch in der Kantine einnahmen.“ Der Grund dafür, dass sie mir dies nicht mündlich mitteilte mag wohl daran liegen, dass sie seit meiner Reklamation wegen den nicht erhaltenen Abendessens nicht mehr mit mir redet. Wie dem auch sein, am nächsten Morgen frühstücke ich in der Kantine an einem Stehtisch. Man nennt mich hier „den Mann der immer steht“.

Die folgenden Tage  verlaufen alle nach dem gleichen Schema. Da ich im Laufe meines Lebens noch  nie in einer Kur oder einer REHA war, beschreiben ich ab morgen einige Themen abgetrennt von den einzelnen Wochentagen.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Fortsetzung vom Freitag 08.15



Fortsetzung vom Freitag, 08.15 Uhr
Bin ich wieder im Zimmer und  auf dem Tablett wartet mein Frühstück. Es ist äusserst kärglich: Kaffekanne und eine Tasse (Untertassen gibt es nicht), 2 Scheiben Brot, eine Scheibe Zopf. 2 Stückchen Butter und zwei Konfi.
Da der Zucker fehlt, gehe ich in den Frühstücksraum, um mir welchen besorgen. Im Frühstücksraum stehen die Patienten um ein riesiges Frühstücksbuffet mit Käse, Wurst Müsli und vielen leckeren Sachen. Ich kann die Gedankengänge der Verantwortlichen mit dem besten Willen  nicht nachvollziehen. Lautet die Devise: „Wenn Patienten zum Frühstück nicht sitzen können, dann sollen sie auch nicht soviel Essen.“ Oder: „Wenn der Patient nicht zum Frühstück kommt, muss er eben mit dem zufrieden sein, was wir ihm bringen. Er muss sich hier doch nicht wohlfühlen. Es genügt doch, wenn er überlebt.“


18.50
Heute war offensichtlich keine Visite
Gemäss meinem individuellen Terminplan  ist auch morgen und am Sonntag keine Visite geplant. Zwei langweile Tage warten auf mich.




1900 Uhr habe noch kein Essen erhalten. Essenzeit ist normalerweise 18.00 Uhr Bin heute wohl vergessen worden. Es ist abgemacht, dass mein essen aufs Zimmer kommt, da ich zum Essen nicht sitzen kann. Im Zimmer essen ich im Stehen. Fühle mich hier wirklich nicht in guten Händen.
Ich rufe die Stationsbetreuung und reklamiere wegen meines Essens. Und verlange einen Arzt wegen des Durchfall-Mittels. Ich darf auf Anraten der Klinik lediglich ein Mittel bekommen, das den Stuhl  weich macht. Kein starkes Abführmittel.
„Ja sie müssen früher reklamieren!“ meint die Schwester unwillig und wirdf mir giftige Blicke zu.
Ich erkläre ihr, dass es in erster Linie ihre Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dann ich mein Essen bekomme. Sie geht und kommt mit dem inzwischen bekannten Käse-Wurst-Teller zurück. Ich muss mit den Händen essen, da die Gabel fehlt und Zucker für den Tee muss ich ebenfalls vergessen. Habe in jeder Beziehung einen bitteren Geschmack im Mund.

Ein Arzt oder eine Ärztin kommt wie verlangt nicht. Lediglich ein flüssiges Mittel in einem kleinen Becher wird mir gebracht. Ich weis nicht, was ich einnehme. Und kann nur hoffen.

Montag, 20. Oktober 2014

Der nächste Tag Freitag



Der nächste Tag, Freitag
Der Tages-Plan:
Freitag 0730 Uhr Krankengymnastik
Samstag: Leer
Sonntag: Leer
Montag beginn 0645 bis 17 Diverses bis hin zu Hilfsmittelberatung und Ernährungsvortrag.

Die Krankengymnastik: Ich erhalte ein Bettlaken und ein kleines Plastiklaken sowie einen freien Platz im Spind für diese zwei Utensilien.
Wir gehen in ein anderes Zimmer und ich darf das Laken über der Behandlungsliege ausbreiten. Der Therapeut schaut interessiert zu.
„Setzen sie sich dahin auf die Liege.“
„Sie wissen aber, dass ich Sitzen möglichst vermeiden soll?“
„Ach so. Dann legen sie sich auf den Rücken.“, meint er flexibel.
Der Therapeut befragt mich kurz. Er wusste offensichtlich nicht, welcher Art meine Verletzung ist, was ich gemäss überweisenden Arzt keinesfalls darf etc..
„Gebrochen? Ohje! Ja wirklich nicht nur angebrochen?“
Ich hatte eigentlich erwartet, dass er das alles bereits wüsste und so die Art der Therapie für mich gezielt geplant hatte.
Nun weiss er es und schaut aus dem Fenster in die Ferne. Er denkt offensichtlich intensiv nach.
Nun legt er einen Schaumgummiball zwischen meine angewinkelten Beine und ich muss den Ball abwechselnd mit der einen Hand gegen die andre drücken. Zeitweise sagt er „halten“ und  dann überlässt es  mir, wie stark und wie lange ich drücken soll. Er sitzt neben mir und ich höre ihn zwischendurch gähnen. Andere Therapien scheinen offensichtlich interessanter zu sein. Für mich wäre es bereit interessant zu hören, ob ich die Übung richtig ausführe, wie oft ich diese Übung machen soll, wie lange ich den Druck halten soll. Und wenn er dann etwas sagt,  wüsste ich auch, ob er mir nicht vor Langeweile vom Hocker fliegt.
Noch zwei kleine Übungen und wir sind fertig. Zehn minuten sind vorbei. Ob ich diese Übungen in den nächsten Tagen alleine ausführen soll erfahre ich nicht.

Jetzt, zum Schluss, übertrifft er sich dann aber selber: Ich muss meine Schuhe wieder anziehen und gehe hierzu in die Knie. Als  er dies bemerkt, holt er mir einen Schuhlöffel aus der Ecke. Jetzt kann ich mit dem gebogenen Teil des Löffels meine Schuhe vom Boden hochheben und öffnen. Dann wieder auf den Boden stellen und mit Hilfe des Schuhlöffeln und den Schuh gleiten. Jetzt kann ich mühevoll die Schuhe binden. Der Therapeut schaut mir interessiert zu. Wenigstens besitzt er soviel Anstand, diesmal nicht zu gähnen. Helfen oder Hilfe anzubieten steht wahrscheinlich nicht auf seiner Jobbeschreibung.
Er begleitet mich zur Tür und mit einem „auf Wiedersehen“ habe ich meine erste Therapiestunde hinter mich gebracht.