Mittwoch, 15. Oktober 2014

Mittag



Der nächste Tag
Irgendwann stehen auf dem Besuchertisch weit vom Bett entfernt zwei Teller mit je einem Stück Kuchen. Unerreichbar für mich „Unbeweglichen“, ist aber lecker anzuschauen! Kein Getränk dazu.

Um 14.00 Krankengymnastikerin kommt. Ich zeige ihr die rote, juckenden Stellen am Unterrücken. Sie reibt kurz mit Fenistil- Creme ein und meldet es dem Personal, da es, wie sie meint,  fachlich zu dessen Aufgabengebiet gehört.
Ich betätige den roten Rufknopf um einen Kaffe zum Kuchen zu erhalten. Es kommt niemand.
Ich stehe auf und bewege mich mühsam mit dem Rollator zum Schwesternzimmer hinten im Gang, um meinen Kaffe selber zu holen.
Im Schwesternzimmer mache ich darauf aufmerksam, dass evtl. das Hinweislämpchen über der Zimmertür nicht brennt, nachdem ich den Alarmknopf betätigt habe.
„Wir kümmern uns drum“
Es ist zwischenzeitlich 15.50 und ich habe keinen Kaffe. Ich versuche es nochmalmit dem Rollator in das Schwesternzimmer zu "schleichen". 
"Ach ja, sie sind der mit dem Kaffe."
Nein, ich bin der Ohne Kaffe:" Man versteht mich und der Kaffe kommt.
„Soll ich den Kaffe zum Kuchen stellen?
Nein, ich darf nicht sitzen, stellen sie ihn hier auf den Nachttisch.“
„Da ist alles voll“
„Dann räumen sie doch etwas ab, um Platz zu schaffen!“
Auf dem Nachttisch wird Platz für 1 Tasse Kaffe und einen Tellermit Kuchen geschaffen und ich kann mich wieder hinlegen und Kaffe und Kuchen geniessen.
Es ist 16.15 und heute scheinbar keine Visite durchgeführt zu werden.  Wegen dem Juckreiz und dem evtl. nicht funktionierenden Alarmknopf hat sich bisher niemand gemeldet.
Um 17.00 immer noch keine Visite.
Als das Abendessen gebracht wird, frage ich nach, ob sich jemand meinen Rücken anschaut.
Um 18.00 kommt ein junger Arzt und schaut kurz nach.
„Derartige Nebenwirkungen der Ihnen verabreichten Medikamente sind mir nicht bekannt. Sie bekommen jetzt ein Mittel gegen Juckreiz, dann sehen wir weiter.“, meint er.
Er dreht sich um und verlässt mein Zimmer ohne einen Ton. Kein „Auf Wiedersehen“, kein „Alles Gute“ oder gar ein „Gute Besserung“.  Jetzt habe ich bereits den zweiten extrem unfreundlichen Arzt hier im Spital erlebt. Es wird höchste Zeit, dass ich gesund werde!
Es ist 18.30 und keine Visite.
Um 18.50 wird mir Fenistil gebracht. Es wird mir ausgehändigt und Ich creme mich selber damit ein.
Vor der Nachruhe weise ich nochmals auf den defekten Alarmknopf hin. Zwei stationsschwesternbegutachten die Angelegenheit und meinen mit einstimmigen Kopfnicken:“ Kaputt!“
Ein Ersatzgerät wird gebracht und angeschlossen. Na. Also! Ich bin beruhigt.




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