Der nächste Tag
Irgendwann
stehen auf dem Besuchertisch weit vom Bett entfernt zwei Teller mit je einem Stück Kuchen. Unerreichbar
für mich „Unbeweglichen“, ist aber lecker anzuschauen! Kein Getränk dazu.
Um 14.00
Krankengymnastikerin kommt. Ich zeige ihr die rote, juckenden Stellen am
Unterrücken. Sie reibt kurz mit Fenistil- Creme ein und meldet es dem Personal,
da es, wie sie meint, fachlich zu dessen Aufgabengebiet gehört.
Ich betätige
den roten Rufknopf um einen Kaffe zum Kuchen zu erhalten. Es kommt niemand.
Ich stehe
auf und bewege mich mühsam mit dem Rollator zum Schwesternzimmer hinten im Gang, um meinen Kaffe selber zu
holen.
Im Schwesternzimmer mache ich darauf aufmerksam, dass evtl. das Hinweislämpchen über der
Zimmertür nicht brennt, nachdem ich den Alarmknopf betätigt habe.
„Wir kümmern
uns drum“
Es ist
zwischenzeitlich 15.50 und ich habe keinen Kaffe. Ich versuche es nochmalmit dem Rollator in das
Schwesternzimmer zu "schleichen".
"Ach ja, sie sind der mit dem Kaffe."
Nein, ich bin der Ohne Kaffe:" Man versteht mich und der Kaffe kommt.
„Soll ich
den Kaffe zum Kuchen stellen?
Nein, ich
darf nicht sitzen, stellen sie ihn hier auf den Nachttisch.“
„Da ist
alles voll“
„Dann räumen
sie doch etwas ab, um Platz zu schaffen!“
Auf dem Nachttisch
wird Platz für 1 Tasse Kaffe und einen Tellermit Kuchen geschaffen und ich kann
mich wieder hinlegen und Kaffe und Kuchen geniessen.
Es ist 16.15 und heute scheinbar keine Visite
durchgeführt zu werden. Wegen dem
Juckreiz und dem evtl. nicht funktionierenden Alarmknopf hat sich bisher niemand
gemeldet.
Um 17.00 immer noch keine Visite.
Als das
Abendessen gebracht wird, frage ich nach, ob sich jemand meinen Rücken
anschaut.
Um 18.00 kommt ein junger Arzt und schaut
kurz nach.
„Derartige
Nebenwirkungen der Ihnen verabreichten Medikamente sind mir nicht bekannt. Sie
bekommen jetzt ein Mittel gegen Juckreiz, dann sehen wir weiter.“, meint er.
Er dreht
sich um und verlässt mein Zimmer ohne einen Ton. Kein „Auf Wiedersehen“, kein
„Alles Gute“ oder gar ein „Gute Besserung“.
Jetzt habe ich bereits den zweiten extrem unfreundlichen Arzt hier im
Spital erlebt. Es wird höchste Zeit, dass ich gesund werde!
Es ist 18.30
und keine Visite.
Um 18.50
wird mir Fenistil gebracht. Es wird mir ausgehändigt und Ich creme mich selber damit
ein.
Vor der
Nachruhe weise ich nochmals auf den defekten Alarmknopf hin. Zwei
stationsschwesternbegutachten die Angelegenheit und meinen mit einstimmigen
Kopfnicken:“ Kaputt!“
Ein
Ersatzgerät wird gebracht und angeschlossen. Na. Also! Ich bin beruhigt.
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