(Namen der Klinik, der Reha und des Personal bleiben mit Absicht unerwähnt. Man könnte unter Gesungheitsreform, unter Engagement, unter Pflegepersonal unter Privatpatient oder sonstiges subsummieren. In welche Schublade man diese Erlebnisse stecken will, bleibt den Lesern und Leserinen überlassen. ) Ich beschreibe ganz einfach meine Erlebnisse ohne Wertungohne Anklage und ohne erhobenen Zeigefinger.
Aber fangen wir ganz von vorne an:
Ein kleiner
Moment von Unaufmerksamkeit und ich fiel im Garten von der Leiter. Ein stechender
Schmerz im Rücken und die Unmöglichkeit
aufzustehen oder gar der Versuch mich auch nur um Zentimeter vorwärts zu bewegen kündigten bereits grosse
Probleme an.
Notarzt und
Krankenwagen sind erfreulich schnell bei mir. Professionell und freundlich
werde ich übernommen, mir wird ein Schmerzmittel verabreicht und umgehend werde ich in das
nächste Spital transportiert.
„Das wird
gut“, denke ich. Mit schlechtem Gewissen erinnere mich noch daran, dass ich vor einigen Tagen noch gegenüber einem Vertreter der Roten
Kreuzes eine Mitgliedschaft abgelehnt hatte, und dann sehe ich durch den Nebel des Schmerzmittels hinter den Scheiben des Krankenwagens die Baumspitzen vorbeigleiten.
In der
Notaufnahme des Spitals erlebe ich das Gleiche. Eine freundliche Ärztin, extrem
freundliches und engagiertes Personal ist um mich bemüht.
„Das wird
gut“, denke ich. Ich lasse beruhigt
Röntgen und CT über mich ergehen.
Ein Arzt
erscheint neben meiner Liege und meint kurz: „Sie haben einen Rückenwirbel
gebrochen, wir behalten Sie hier.“ Dann ist er wieder verschwunden.
Ich werde
einige Stockwerke höher gebracht und mit den Worten „Einzelzimmer haben wir
leider nicht frei!“ schiebt man mich in ein Dreierzimmer.
„Das wird
schon“, denke ich voller Optimismus, da ich über die voraussichtliche Dauer meines Aufenthalts nicht
informiert bin.
„Es wurde
nicht!“
Da lag ich
nun in meinen dreckigen Kleidern (ich hattevor dem unfall mehrere Stunden im Garten
gearbeitet.) verschwitzt und mit blutverschmierten Unterarmen (Ich war direkt
in die Dornen meiner Rosen gefallen).
Ich muss
liegen, darf nicht aufstehen und keinesfalls sitzen, wurde mir gesagt.
Ich erhalte
ein Kästchen mit Medikamenten in diversen Farben und Formen.
„Was ist das
und wie muss ich sie nehmen?“, frage ich.
„Steht
drauf!“
„Da steht
MORGEN, MITTAG, ABEND und NACHT“
“Ja, eben“
Die Antwort war irgendwie nicht besonders ergiebig. Ich versuche
es nochmal: „Vor oder nach den Mahlzeiten“?
„Egal!“, meint
der Betreuer. Eine richtige Plaudertasche ist das.
Ich schlucke
die Mediamente.
Dann erhalte
ich mein Abendessen. Ein Stück helles
und ein Stück dunkles Brot, zwei
Scheiben Käse, zwei Scheiben
Wurst und eine Tasse Kräutertee.
Niemand
fragt, ob ich Hilfe benötige und evtl. die Hände waschen möchte. Jetzt mache
ich auch die Erfahrung, wie schwierig es ist, liegend ein Butterbrot zu
streichen und Tee aus einer normalen Tasse zu trinken. Mein Gartenshirt wird durch
die nun entstehenden Teeflecken noch verdreckter. Ich komme mir vor, wie ein Clochard. Nur eben unbeweglich.
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