Dienstag, 21. Oktober 2014

Fortsetzung vom Freitag 08.15



Fortsetzung vom Freitag, 08.15 Uhr
Bin ich wieder im Zimmer und  auf dem Tablett wartet mein Frühstück. Es ist äusserst kärglich: Kaffekanne und eine Tasse (Untertassen gibt es nicht), 2 Scheiben Brot, eine Scheibe Zopf. 2 Stückchen Butter und zwei Konfi.
Da der Zucker fehlt, gehe ich in den Frühstücksraum, um mir welchen besorgen. Im Frühstücksraum stehen die Patienten um ein riesiges Frühstücksbuffet mit Käse, Wurst Müsli und vielen leckeren Sachen. Ich kann die Gedankengänge der Verantwortlichen mit dem besten Willen  nicht nachvollziehen. Lautet die Devise: „Wenn Patienten zum Frühstück nicht sitzen können, dann sollen sie auch nicht soviel Essen.“ Oder: „Wenn der Patient nicht zum Frühstück kommt, muss er eben mit dem zufrieden sein, was wir ihm bringen. Er muss sich hier doch nicht wohlfühlen. Es genügt doch, wenn er überlebt.“


18.50
Heute war offensichtlich keine Visite
Gemäss meinem individuellen Terminplan  ist auch morgen und am Sonntag keine Visite geplant. Zwei langweile Tage warten auf mich.




1900 Uhr habe noch kein Essen erhalten. Essenzeit ist normalerweise 18.00 Uhr Bin heute wohl vergessen worden. Es ist abgemacht, dass mein essen aufs Zimmer kommt, da ich zum Essen nicht sitzen kann. Im Zimmer essen ich im Stehen. Fühle mich hier wirklich nicht in guten Händen.
Ich rufe die Stationsbetreuung und reklamiere wegen meines Essens. Und verlange einen Arzt wegen des Durchfall-Mittels. Ich darf auf Anraten der Klinik lediglich ein Mittel bekommen, das den Stuhl  weich macht. Kein starkes Abführmittel.
„Ja sie müssen früher reklamieren!“ meint die Schwester unwillig und wirdf mir giftige Blicke zu.
Ich erkläre ihr, dass es in erster Linie ihre Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dann ich mein Essen bekomme. Sie geht und kommt mit dem inzwischen bekannten Käse-Wurst-Teller zurück. Ich muss mit den Händen essen, da die Gabel fehlt und Zucker für den Tee muss ich ebenfalls vergessen. Habe in jeder Beziehung einen bitteren Geschmack im Mund.

Ein Arzt oder eine Ärztin kommt wie verlangt nicht. Lediglich ein flüssiges Mittel in einem kleinen Becher wird mir gebracht. Ich weis nicht, was ich einnehme. Und kann nur hoffen.

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