Fortsetzung vom Freitag, 08.15 Uhr
Bin ich
wieder im Zimmer und auf dem Tablett
wartet mein Frühstück. Es ist äusserst kärglich: Kaffekanne und eine Tasse
(Untertassen gibt es nicht), 2 Scheiben Brot, eine Scheibe Zopf. 2 Stückchen
Butter und zwei Konfi.
Da der Zucker
fehlt, gehe ich in den Frühstücksraum, um mir welchen besorgen. Im
Frühstücksraum stehen die Patienten um ein riesiges Frühstücksbuffet mit Käse,
Wurst Müsli und vielen leckeren Sachen. Ich kann die Gedankengänge der
Verantwortlichen mit dem besten Willen nicht nachvollziehen. Lautet die Devise: „Wenn
Patienten zum Frühstück nicht sitzen können, dann sollen sie auch nicht soviel
Essen.“ Oder: „Wenn der Patient nicht zum Frühstück kommt, muss er eben mit dem
zufrieden sein, was wir ihm bringen. Er muss sich hier doch nicht wohlfühlen.
Es genügt doch, wenn er überlebt.“
18.50
Heute war
offensichtlich keine Visite
Gemäss
meinem individuellen Terminplan ist auch morgen und am
Sonntag keine Visite geplant. Zwei langweile Tage warten auf mich.
1900 Uhr habe noch kein Essen erhalten.
Essenzeit ist normalerweise 18.00 Uhr Bin heute wohl vergessen worden. Es ist abgemacht, dass
mein essen aufs Zimmer kommt, da ich zum Essen nicht sitzen kann. Im Zimmer
essen ich im Stehen. Fühle mich hier wirklich nicht in guten Händen.
Ich rufe die
Stationsbetreuung und reklamiere wegen meines Essens. Und verlange einen Arzt
wegen des Durchfall-Mittels. Ich darf auf Anraten der Klinik lediglich ein
Mittel bekommen, das den Stuhl weich
macht. Kein starkes Abführmittel.
„Ja sie
müssen früher reklamieren!“ meint die Schwester unwillig und wirdf mir giftige Blicke zu.
Ich erkläre
ihr, dass es in erster Linie ihre Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dann ich mein
Essen bekomme. Sie geht und kommt mit dem inzwischen bekannten
Käse-Wurst-Teller zurück. Ich muss mit den Händen essen, da die Gabel fehlt und
Zucker für den Tee muss ich ebenfalls vergessen. Habe in jeder Beziehung einen bitteren Geschmack
im Mund.
Ein Arzt
oder eine Ärztin kommt wie verlangt nicht. Lediglich ein flüssiges Mittel in
einem kleinen Becher wird mir gebracht. Ich weis nicht, was ich einnehme. Und
kann nur hoffen.
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