Der nächste Tag, Freitag
Der Tages-Plan:
Freitag 0730
Uhr Krankengymnastik
Samstag:
Leer
Sonntag:
Leer
Montag
beginn 0645 bis 17 Diverses bis hin zu Hilfsmittelberatung und
Ernährungsvortrag.
Die
Krankengymnastik: Ich erhalte ein Bettlaken und ein kleines Plastiklaken sowie einen
freien Platz im Spind für diese zwei Utensilien.
Wir gehen in
ein anderes Zimmer und ich darf das Laken über der Behandlungsliege ausbreiten.
Der Therapeut schaut interessiert zu.
„Setzen sie sich
dahin auf die Liege.“
„Sie wissen
aber, dass ich Sitzen möglichst vermeiden soll?“
„Ach so. Dann
legen sie sich auf den Rücken.“, meint er flexibel.
Der
Therapeut befragt mich kurz. Er wusste offensichtlich nicht, welcher Art meine
Verletzung ist, was ich gemäss überweisenden Arzt keinesfalls darf etc..
„Gebrochen?
Ohje! Ja wirklich nicht nur angebrochen?“
Ich hatte
eigentlich erwartet, dass er das alles bereits wüsste und so die Art der
Therapie für mich gezielt geplant hatte.
Nun weiss er
es und schaut aus dem Fenster in die Ferne. Er denkt offensichtlich intensiv
nach.
Nun legt er
einen Schaumgummiball zwischen meine angewinkelten Beine und ich muss den Ball
abwechselnd mit der einen Hand gegen die andre drücken. Zeitweise sagt er
„halten“ und dann überlässt es mir, wie stark und wie lange ich drücken
soll. Er sitzt neben mir und ich höre ihn zwischendurch gähnen. Andere
Therapien scheinen offensichtlich interessanter zu sein. Für mich wäre es
bereit interessant zu hören, ob ich die Übung richtig ausführe, wie oft ich
diese Übung machen soll, wie lange ich den Druck halten soll. Und wenn er dann
etwas sagt, wüsste ich auch, ob er mir
nicht vor Langeweile vom Hocker fliegt.
Noch zwei
kleine Übungen und wir sind fertig. Zehn minuten sind vorbei. Ob ich diese Übungen in den nächsten Tagen
alleine ausführen soll erfahre ich nicht.
Jetzt, zum
Schluss, übertrifft er sich dann aber selber: Ich muss meine Schuhe wieder
anziehen und gehe hierzu in die Knie. Als
er dies bemerkt, holt er mir einen Schuhlöffel aus der Ecke. Jetzt kann
ich mit dem gebogenen Teil des Löffels meine Schuhe vom Boden hochheben und
öffnen. Dann wieder auf den Boden stellen und mit Hilfe des Schuhlöffeln und
den Schuh gleiten. Jetzt kann ich mühevoll die Schuhe binden. Der Therapeut
schaut mir interessiert zu. Wenigstens besitzt er soviel Anstand, diesmal nicht
zu gähnen. Helfen oder Hilfe anzubieten steht wahrscheinlich nicht auf seiner
Jobbeschreibung.
Er begleitet
mich zur Tür und mit einem „auf Wiedersehen“ habe ich meine erste
Therapiestunde hinter mich gebracht.
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