Sonntag, 19. Oktober 2014

Der nächste Tag früh am Morgen



Der nächste Tag, früh am Morgen

Visite. Mir wird mitgeteilt, dass ich Morgen früh  in die REHA verlegt werde.
„Vorher werden um 9.00 noch Röntgenaufnahmen gemacht.“, kündigt der Arzt an und verlässt das Zimmer in gewohnter Weise zusammen mit seiner Entourage.

Eine junge Dame im Teenialter  mit einem Wassereimerchen in der einen und einen Putzlappen in der anderen Hand, steht plötzlichmitten im Zimmer.
„Kann ich etwas für Sie tun?“, fragt sie. ich schaue mich suchend im Zimmer um.
Sie schaut sich ebenfalls suchend um und meint dann irgendwie glücklich: „Vielleicht der Nachttisch ?“
"Jaaa, warum nicht."
Der Nachttisch hat zwei Platten. Eine räumt sie leer und putzt mit dem nassen Lappen über diese leere, Platte. Dann verlässt sie mein Zimmer und ich räume die Hälfte der Utensilien von der nicht geputzten Platte zurück auf die geputzte Platte.

13.00 Uhr
Mein Zimmer ist auch techn. komfortabel eingerichtet. Sogar inklusive DVD Player!
Heute wollte mir eine eigene DVD anschauen, die mir ein Freund gebracht hatte. Diese ewigen Kochshows parallel zum Krankenhauessen fördern meine Heilung nicht besonders und YOJIMBO, DER LEIBWÄCHTER wollte ich schon lange mal schauen. Jetzt hatte ich die Zeit dazu.
Aber wie das oft so ist, etwas fehlt immer. Jetzt habe ich Zeit, habe ein DVD Gerät aber niemanden, der mir hilft das Gerät zu bedienen.
Beim Empfang auf meiner Station frage ich nach einer Bedienungsanleitung oder  „vielleicht kann jemand kurz helfen?“
Eine Stimme aus dem Hintergrund: „Wer will das denn wissen?“
„Jemand, der gerne das Gerät benutzen möchte“
„Wir haben zwar so etwas, aber das wird selten benutzt“
Das half mir nicht weiter. Das Gerät steht ja schliesslich in meinem Zimmer.
„ Aber wie ich es zu benutzen habe, weiss ich immer noch nicht.“, wage ich zu bemerken. Man wird demütig hier.
„Ich rufe mal den Techniker an!“
Der Techniker ist nicht erreichbar und die Dame wird etwas unwirsch: „Wir haben hier auch sehr viel zu tun“
„Ja dann“, sage ich und verziehe mich auf mein Zimmer.
„Ich versuche den Techniker später nochmal zu erreichen.“ ruft die Stationsschwester hinter mir. Ich bezweifle es.
Um 15.00 war der Techniker offensichtlich immer noch nicht erreicht worden. Ich beschloss die DVD in einem Monat zuhause anzuschauen. Und widmete mich wieder einer der unzähligen Kochshows.

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