Montag, 13. Oktober 2014

Viel Trinken!!



Auf die Nacht hin wurde mir noch eine Karaffe mit Wasser und ein Glas hingestellt.
„Viel  trinken!“
Bei horizontaler Lage , ohne Schnabeltasse, den Kopf etwa in Höhe der Tischfläche ist bereits das Einfüllen in das Glas schwierig. Das Trinken, ohne sich das Wasser ins Gesicht zu giessen, weist noch einen deutlich höheren Schwierigkeitsgrad auf.
Blutdruckmessen wird durchgeführt. Da eine Ablage fehlt, wird mir das Gerät zwischen die Schenkel auf meinen Penis geschmissen, dass ich vor Schmerzen aufheule. Natürlich kommt keine Entschuldigung. Scheint hier die übliche Ablage zu sein. Vielleicht glaubt die Schwester ja auch dass es sich um einen dreibeinigen Hocker handelt.

Die Urinflasche auf dem Nachttisch neben mir war inzwischen bis zu Rand gefüllt. Um ein Auswechseln kümmerte sich niemand. Die Flasche war voll und das blieb sie auch!

Dann erfolgte eine Kurzvisite des Oberarztes mit einem Gefolge von drei Personen in weissen Kitteln.  Schwerpunkt lag auf „Kurz“. Der Herr Oberarzt stand offensichtlich derart unter Zeitdruck, dass er Zeit nicht auch noch verlieren wollte, indem er mir zur Begrüssung die Hand reichte. Auch seine Verabschiedung bestand darin, dass er quasi symbolhaft einen grossen Schritt zurück trat, sich umdrehte und dann einfach das Zimmer verliess.
Ich murmelte automatisch ein „Wiedersehen“ und sein Gefolge schaute ernst auf mich herunter, ein kurzes Kopfnicken und sie folgten ihm. Deshalb also wird diese Gruppe als „sein Gefolge“ bezeichnet. Möglicherweise war ihm jedoch auch dieser übel nach Gartenerde riechende, dreckige Patient unangenehm. Schliesslich war ich immer noch nicht gesäubert worden. „Das  muss dann auch noch weg!“, meinte der Oberarzt und deutete mit einer wegwerfenden Bewegung auf das Blutentnahmebesteck an meinem rechten Unterarm.

Die Nachverlief derart, dass meine beiden älteren Mitbewohner etwa alle 30 Minuten die Toilette aufsuchten und jedesmal sämtliche Lichtschalter durchprobierten bis sie den passenden für die Toilette gefunden hatten. Zur Auflockerung betätigten sie zwischendurch Notrufknopf t, was wiederum dazu führte, dass sie von der zwischenzeitlich genervten Nachtschicht laut angebellt wurden und zur Unterstreichung dieser Massnahme die Zimmertür zugeknallt wurde. Geschlafen habe ich verständlicherweise nicht viel!

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