Auf die
Nacht hin wurde mir noch eine Karaffe mit Wasser und ein Glas hingestellt.
„Viel trinken!“
Bei
horizontaler Lage , ohne Schnabeltasse, den Kopf etwa in Höhe der Tischfläche
ist bereits das Einfüllen in das Glas schwierig. Das Trinken, ohne sich das
Wasser ins Gesicht zu giessen, weist noch einen deutlich höheren
Schwierigkeitsgrad auf.
Blutdruckmessen
wird durchgeführt. Da eine Ablage fehlt, wird mir das Gerät zwischen die
Schenkel auf meinen Penis geschmissen, dass ich vor Schmerzen aufheule.
Natürlich kommt keine Entschuldigung. Scheint hier die übliche Ablage zu sein.
Vielleicht glaubt die Schwester ja auch dass es sich um einen dreibeinigen
Hocker handelt.
Die
Urinflasche auf dem Nachttisch neben mir war inzwischen bis zu Rand gefüllt. Um
ein Auswechseln kümmerte sich niemand. Die Flasche war voll und das blieb sie
auch!
Dann
erfolgte eine Kurzvisite des Oberarztes mit einem Gefolge von drei Personen in
weissen Kitteln. Schwerpunkt lag auf
„Kurz“. Der Herr Oberarzt stand offensichtlich derart unter Zeitdruck, dass er
Zeit nicht auch noch verlieren wollte, indem er mir zur Begrüssung die Hand
reichte. Auch seine Verabschiedung bestand darin, dass er quasi symbolhaft
einen grossen Schritt zurück trat, sich umdrehte und dann einfach das Zimmer
verliess.
Ich murmelte
automatisch ein „Wiedersehen“ und sein Gefolge schaute ernst auf mich herunter,
ein kurzes Kopfnicken und sie folgten ihm. Deshalb also wird diese Gruppe als
„sein Gefolge“ bezeichnet. Möglicherweise war ihm jedoch auch dieser übel nach
Gartenerde riechende, dreckige Patient unangenehm. Schliesslich war ich immer
noch nicht gesäubert worden. „Das muss
dann auch noch weg!“, meinte der Oberarzt und deutete mit einer wegwerfenden
Bewegung auf das Blutentnahmebesteck an meinem rechten Unterarm.
Die
Nachverlief derart, dass meine beiden älteren Mitbewohner etwa alle 30 Minuten
die Toilette aufsuchten und jedesmal sämtliche Lichtschalter durchprobierten
bis sie den passenden für die Toilette gefunden hatten. Zur Auflockerung betätigten sie zwischendurch Notrufknopf t, was wiederum dazu führte, dass sie von der zwischenzeitlich genervten Nachtschicht laut angebellt
wurden und zur Unterstreichung dieser Massnahme die Zimmertür zugeknallt wurde.
Geschlafen habe ich verständlicherweise nicht viel!
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